Erfahrungsbericht von Simone

Meine Schwerhörigkeit – wie alles anfing

Mit sechzehn hatte ich Masern. Von der Krankheit habe ich mich zwar schnell erholt, aber mir kam es danach so vor, als könnte ich auf dem rechten Ohr ungewöhnlich schlecht hören. Der HNO-Arzt bestätigte später auch, dass es sich um eine mittelgradige Schallempfindungsschwerhörigkeit handelte. Das linke Ohr war weniger stark betroffen. Ein normales Hören würde ich aber nie wieder zurückerlangen.

Was ich getan habe

Zuerst habe ich so getan, als wäre nichts und habe weiter alles gemacht, was man als junger Mensch gerne tut. Natürlich habe ich auch Musik gehört. In der Schule war es auch gar nicht so schlimm, aber als ich am Anfang meines Studiums an der Uni neue Freunde kennen lernen wollte, wurde es wirklich schwierig.

Meine ersten Erfahrungen mit Hörgeräten

Eine Freundin fragte mich, ob ich einen dieser hautfarbenen Klötze hinterm Ohr tragen müsste, die ihre Oma immer benutzte. Als Jugendliche fand ich das natürlich gar nicht lustig! Zum Glück war das Hörgerät für mein rechtes Ohr nicht mal halb so schlimm wie ich befürchtet hatte. Wenn man es aber mit den heutigen digitalen Hörgeräten vergleicht, dann war es in Sachen Design und Leistung deutlich schlechter. Später, als ich mit der Arbeit anfing, haben alle Kollegen das Hörgerät als ganz normal hingenommen. Wenn es um mich herum mal nicht so laut war, dann konnte ich auch mit meinem linken Ohr allein gut zurechtkommen.

Wie es mir jetzt geht

Inzwischen bin ich etwas älter geworden, und mein Hörvermögen im linken Ohr ist auch so weit zurückgegangen, dass ich jetzt für beide Ohren Hörgeräte habe. Ehrlich gesagt, wüsste ich gar nicht, was ich ohne meine digitalen Hörgeräte machen sollte. Morgens setze ich die Geräte gleich nach dem Duschen ins Ohr und lasse sie auch den ganzen Tag dort.

Weitere Produkte und Fähigkeiten, die mir geholfen haben

Es ist schon komisch – da habe ich zwar ein Hörgerät bekommen, aber zu Hause habe ich es meistens nicht getragen. Daher war mir früher gerade zu Hause der Hörverlust am meisten bewusst. Wenn ich zum Beispiel für die Uni mal wieder länger lernen musste, dann hatte ich immer Angst, dass ich meinen Freund nicht an der Klingel hören würde. Ich habe erst später gemerkt, dass einem die Technik in so vielen Bereichen helfen kann, dass die Hörgeräte, auch wenn sie extrem hilfreich sind, nicht die einzig wichtigen technischen Hilfsmittel sind.

Meine Empfehlungen für andere

Warten Sie nicht so lange, wie ich es getan habe, bevor Sie sich eine Schwerhörigkeit eingestehen! Ich selbst war die Person, die dadurch am schlechtesten weggekommen ist. Im Nachhinein waren es aber zum Glück nur wenige Jahre, bis ich endlich die Hilfe angenommen habe, die ich brauchte.


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