Gebärdensprache

GebärdenspracheIn westlichen Ländern kommen etwa ein bis zwei von tausend Kindern mit einer Schwerhörigkeit zur Welt, die so schwerwiegend ist, dass ein normaler Spracherwerb sehr schwierig ist. Falls Menschen, die gehörlos oder schwerhörig geboren werden, mit anderen Gehörlosen oder Schwerhörigen aufwachsen, dann kann es für sie wünschenswert sein, die Gebärdensprache zu erlernen.

Gebärdensprachen wie zum Beispiel die Deutsche Gebärdensprache (DGS), die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) oder die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) sind eigenständige Sprachen mit festgelegter Grammatik und Satzbau. Sie bilden also nicht einfach eine Reihe von Gesten, die einer gesprochenen Sprache „angeheftet“ werden. Dennoch gibt es auch so genannte lautsprachbegleitende Gebärden (LBG), bei denen zu jedem gesprochenen Wort eine Gebärde ausgeführt wird.

Für Benutzer verschiedener Gebärdensprachen ist es im allgemeinen einfacher, sich miteinander zu unterhalten, als für Sprecher verschiedener gesprochener Sprachen. Für Gebärdensprachen ist also die regionale Prägung eine kleinere Kommunikationsbarriere.

Die Erfahrungen von Menschen, die von Geburt an gehörlos sind, unterscheiden sich oft sehr von denen, die erst im Verlauf des späteren Lebens schwerhörig geworden sind. Wer in der Welt der Hörenden aufgewachsen ist, kann leicht das Gefühl haben, etwas verloren zu haben. Aus diesen Gründen sehen sich Menschen, die von Geburt an gehörlos sind, oft als Teil einer kulturellen Gruppe an.


Das Erlernen von Gebärdensprache

Die Gebärdensprache fließend zu beherrschen, ist mindestens so schwierig wie eine gesprochene Sprache fließend zu erlernen. Um sogar Gebärdendolmetscher zu werden, kann man mehrere Jahre harte Arbeit und Übung benötigen. Dennoch ist es möglich, einige Grundlagen schon in viel kürzerer Zeit zu erlernen. Das kann Spaß machen und sich lohnen.

Gebärdensprachkurse werden von verschiedenen Organisationen angeboten und können auch in Form von Büchern oder Computerprogrammen erworben werden.


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